Mobil sein

Verlängerung der Stadtbahn

Entwicklung eines Nahverkehrskonzeptes

Mit der Verlängerung der StadtBahn-Linie 1 wird für rund 85.000 Einwohnerinnen und Einwohner in Sennestadt, Senne und Brackwede einen deutlichen Mobilitäts- und Komfortgewinn geschaffen. Auch die Nachbarkommunen Gütersloh, Oerlinghausen und Schloß Holte-Stukenbrock profitieren von der verbesserten Anbindung an die Bielefelder Innenstadt. 

Die verlängerte Linie wird die Stadtteile an das StadtBahn-Netz anbinden und so die Mobilitätslücke in den Bielefelder Süden schließen. Somit wird die StadtBahn-Linie 1 zur Mobilitätslinie für den Bielefelder Süden. 

Aktuell befindet sich das Projekt am Ende der Vorplanung. Dabei stehen Voruntersuchungen entlang der gesamten Strecke im Vordergrund. Erst im weiteren Verlauf der Planung werden die Ergebnisse der Vorplanung weiter vertieft. Dabei kann es auch zu Veränderungen in Bezug auf die Ergebnisse der Vorplanung kommen. 

Der Stadt Bielefeld und moBiel ist es dabei wichtig, frühzeitig mit den Bürgerinnen und Bürgern ein attraktives und bürgernahes Verkehrskonzept für den Bielefelder Süden rund um die Mobilitätslinie gemeinsam zu entwickeln sowie die Anregungen und Bedenken vor Ort Ernst zu nehmen. 

Am Ende steht das Planfeststellungsverfahren, das Genehmigungsverfahren für größere Infrastrukturvorhaben (z.B. auch Straßen, Eisenbahnen, Energieleitungen, etc.), die eine Vielzahl von öffentlichen und privaten Interessen berühren.


Hintergrund

In seiner Sitzung vom 25. Juni 2015 beauftragte der Rat der Stadt Bielefeld  die Stadtverwaltung und moBiel mit den Planungen für eine StadtBahn-Verlängerung der Linie 1 nach Sennestadt – mit dem Ziel, das Baurecht bzw. einen Planfeststellungsbeschluss herbeizuführen. Am 2. Februar 2016 beschloss der Stadtentwicklungsausschuss der Stadt Bielefeld, dass hierbei die Stadtbezirke Brackwede, Senne und Sennestadt mit einer hochwertigen StadtBahn-Erschließung miteinander zu verbinden sind und diese in Anlehnung an den Bestand als Hochflursystem auszubilden ist. 

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Am Sennestadtring kann nach dem aktuellen Stand der Planungen künftig in beide Richtungen auf die L756 abgebogen werden. Rechtsabbieger bekommen stadteinwärts, in Richtung Brackwede, eine eigene Abbiegespur. Zudem sollen neue, oberirdische Fußgänger-Querungen der L756 möglich sein.

Der Sennestadtring kann so verkürzt werden und die Fläche um den Teich herum für Radfahrer und Fußgänger sowie eine neue Uferpromenade genutzt werden.

Westlich der zukünftige Einmündung des Sennestadtrings soll die Haltestelle Kreuzkirche mit einem Bus-Verknüpfungspunkt ausgestattet werden. Die Planung dieses neuralgischen Punktes befindet sich zur Zeit noch in der Abstimmung. Die Führung des Jadeweges sowie den Supermarkt-Parkplatz bleiben voraussichtlich unberührt.


Multimodalität und Nahmobilität in der Sennestadt

Wie können Stadtbahn, Bus, Car-Sharing, Rad- und Fußverkehr in der Sennestadt besser vernetzt werden?

„Multimodal“ soll sie sein, die Mobilität der Zukunft. Das bedeutet: Die Bürgerinnen und Bürger sollen je nach Situation zu Fuß gehen, mit dem Fahrrad oder E-Bike fahren, Busse und Bahnen benutzen, auf Car-Sharing-Autos zurückgreifen oder, wenn vorhanden, das eigene Auto nutzen – und nicht mehr gewohnheitsmäßig nur ein einziges dieser Verkehrsmittel (in der Regel das eigene Auto). Was tun, wenn die Stadtbahn ins Klimaquartier Sennestadt kommt? Brauchen wir dann eine Mobilitätsstation, um alle Verkehrsmittel besser zu vernetzen? Eine Mobilstation verknüpft mehrere Bahn- und Buslinien mit komfortablen Fahrradstellplätzen, einer Car-Sharing- und Bike-Sharing-Station sowie idealerweise mit einer Mobilitätsberatung.
 

Eine Chance für die Sennestadt

Mobilstationen wären am Bahnhof Sennestadt und am Sennestadthaus möglich, sobald dort die Stadtbahn verkehrt. Händler könnten die Betreuung der Sharing-Angebote übernehmen. Ein Problem ist an beiden Stellen der begrenzte Raum. Die Sennestadt kann mit einem guten Fußwegenetz punkten. Das allerdings, wie die Zahlen sagen, bislang wenig genutzt wird, um von A nach B zu kommen.

Es bleibt die Frage, wie wir gewohnheitsmäßige Autofahrer dazu bewegen können, mehr zu Fuß zu gehen. Eine mögliche, aber kontroverse Antwort gibt Jens Jürgen Korff vom Umweltverband BUND: Die Autos sollten nicht mehr so nah an den Wohnungen abgestellt werden können. Wer auf dem Weg zum Auto die Apotheke schon sehen könne, der er zustrebt, werde das Auto wahrscheinlich stehen lassen. Zugleich könne hier die Antwort auf die Frage liegen, wo der Platz für Mobilstationen, breitere Radwege und breitere Fußwege herkommen soll.

 


MobiliSta

„Mobilitätsräume abseits der autogerechten Stadt. Eine multimodale und sozial-ökologisch gerechte Anpassungsstrategie am Beispiel Bielefeld“ / MobiliSta ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Verbundprojekt zur „Umsetzung der Leitinitiative Zukunftsstadt“.

Wie können autoabhängige Strukturen reduziert und Pkw-fixierte Verhaltensmuster aufgebrochen werden? Das Forschungsvorhaben »MobiliSta« unterstützt diese Transformationsprozesse und begleitet sie analytisch. Dabei besteht die wissenschaftliche Herausforderung darin, gleichzeitig verschiedene Themen und ihre Ursache-Wirkungs-Beziehungen zu durchdringen, sowie nachhaltige Konzepte zur Verbesserung der Lebensqualität zu entwerfen. Das Reallabor des Forschungsprojektes ist das »Klimaquartier Sennestadt«, das als „autogerechte Stadt“ in der Nachkriegszeit geplant und gebaut wurde.

Verbundpartner sind das Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS), die Fachhochschule Bielefeld (Fachbereich Sozialwesen), das Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) und die Sennestadt GmbH. Assoziierte Partner sind die Stadt Bielefeld (Amt für Verkehr) und die städtischen Verkehrsbetriebe moBiel GmbH.

» Dokumentation der digitalen Abschlussveranstaltung

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