Identität schaffen

Reichows »organischer Städtebau«

Die Sennestadt im Wandel: Reichow für das 21. Jahrhundert

Die ab 1956 von dem Stadtplaner und Architekten Hans Bernhard Reichow konzipierte Sennestadt diente ursprünglich der Aufnahme von Flüchtlingen. Inzwischen gilt sie in der internationalen Stadtplanerszene als ein weltweit einmaliger historischer Stadtkern. Ihre Gebäude haben einen hohen Zeugniswert als Beispiele für eine „organische Stadtbaukunst“ in der Nachkriegsepoche.

Zu ihrer Eigenart gehören die Einbeziehung der Landschaft, die Ausrichtung aller Wohnungen nach Sonne und Tageslauf, eine gute soziale Durchmischung, die Integration von Gewerbe und eine lebendige Quartierskultur. Alle aktuellen Planungen und Maßnahmen verfolgen das Ziel, die zeitlosen Aspekte des reichowschen Konzeptes so zu ergänzen, dass sie den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht werden.

Die ehemalige Modellstadt der 1950er Jahre attraktiv zu machen für die Menschen des 21. Jahrunderts, war und ist das Ziel dieses groß angelegten Projektes, das 2007 mit drei Workshops und einem Aktionstag begann. Die meisten BürgerInnen und AkteurInnen sind sich einig, dass die Ideen des Stadtplaners Reichow eine Zukunft haben, wenn sie an neue Bedürfnisse angepasst werden.

Es geht um Wohnen, Wirtschaft und Arbeit, Kultur und Soziales – und nicht zuletzt die Park- und Spiellandschaft Sennestadt in Zeiten des demographischen und klimatischen Wandels. Die Sennestadt soll attraktiver werden als Wohn-, Arbeits- und Freizeitort für die umworbenen hoch qualifizierten Arbeitskräfte – und zugleich attraktiv bleiben für die alternde Gründergeneration der Bewohner.

Vor Ort ist es die Sennestadt GmbH, die immer wieder den Anstoß gibt für neue zukunftsweisende Projekte. Sie wurde vor 60 Jahren gegründet, um die Planung der Sennestadt umzusetzen, und behält heute bei allen Entwicklungen die Ursprünge der Modellstadt als Beispiel der organischen Stadtentwicklung im Blick. Aus der Projektstadt der Nachkriegsmoderne ist inzwischen die Stadt der Projekte geworden.


Bekannt wurde Reichow als Vordenker einer „organischen Stadtbaukunst“ und der „autogerechten Stadt“. Mit der Sennestadt schuf er eine eindrucksvolle Inkarnation des Aufbruchsgeistes der 1950er Jahre.

Reichow hat die ganzheitliche Betrachtung von Natur und Kultur, Architektur und Gesellschaft in die Straßen und Plätze, Gebäude und Grünanlagen der Sennestadt geradezu eingebaut und eingepflanzt - vielleicht fällt es deshalb den Akteuren leichter als anderswo, so unterschiedliche Projekte miteinander zu verzahnen.

 


Die Hans-Bernhard-Reichow-Gesellschaft

hat das Ziel, das geistige Erbe des Architekten und Stadtplaners Hans Bernhard Reichow zu bewahren. Sie gestaltet Ausstellungen und Vorträge über das Werk von Reichow, Führungen durch seine architektonischen und städtebaulichen Planungen, gibt Publikationen heraus, berät und fördert die wissenschaftliche Forschung, unterrichtet die Öffentlichkeit und kooperiert mit öffentlichen und privaten Organisationen mit ähnlichen oder gleichen Aufgaben. Ein wichtiger Ansatz ist die Zusammenarbeit aller "Reichow-Städte”.

Die HBR.G nimmt regelmäßig an dem Tag des offenen Denkmals teil und bietet thematische Stadtführungen an. Seit 2022 befindet sich der neue Vereinssitz im Sennestadt-Pavillon, in welchem auch das Sennestadtmodell zu sehen ist. Als Kooperationspartnerin unterstützt sie die baukulturelle Nutzung. Das Gebäude ist Eigentum der Sennestadt GmbH.

 

 



Die Farben der Sennestadt

Hans Bernhard Reichow und sein Mitarbeiter Peter Holst haben in den 1960er Jahren dafür gesorgt, dass die Häuser der Sennestadtein harmonisches Farbmuster erhielten.

Mit ihren erdig gehaltenen Farben fügte sich die Sennestadt vor der Kulisse des Teutoburger Waldes in die umgebende Landschaft ein. Für die Menschen entstand ein neues Zuhause, mit dem sie sich identifizieren konnten. Durch individuelle Sanierungen ist das Konzept heute kaum noch erkennbar.

2014 haben der Farbenhersteller Brillux und Peter Holst das Farbsortiment rekonstruiert und durch zeitgemäße Farbtöne ergänzt. Die so entwickelte Farbpalette dient Hausbesitzern in der Sennestadt als Orientierung, wenn sie heute ihre energetisch sanierten Fassaden neu gestalten und dabei die Identität des Quartiers bewahren wollen.

Die Farben sind bei Mehrfamilienhäusern, bei der Musterbaustelle, bei Geschäftshäusern und im Bebauungsplan eines Neubauprojektes umgesetzt worden. 2017 war eine Ausstellung im Sennestadtpavillon den Farben der Sennestadt gewidmet. Das Projekt wurde für den Deutschen Kulturförderpreis 2018 vorgeschlagen.

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Der Sennestadtpavillon erstrahlt in neuem Glanz

Das von Prof. Dr. Reichow in den 60er Jahren errichtete Gebäude wurde aufwändig saniert.
Das filigrane, gläserne Wahrzeichen im Zentrum der Sennestadt bietet nun viel Platz für Veranstaltungen und soll ein lebendiger Ort der Begegnung werden.

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Die Sennestadt präsentierte sich auf der E-world 2017 – Heute schon das Morgen erleben

Auf der E-world energy & water im Februar 2017 präsentierte die KlimaExpo.NRW die besten Klimaschutzprojekte aus Nordrhein-Westfalen. Die Sennestadt GmbH war mit dabei und zeigte das neue Modell der Klimaschutzsiedlung. Zu den prominenten Gästen am Stand zählten NRW-Klimaschutzminister Johannes Remmel, der sich über die Entwicklung der Klimaschutzsiedlung Sennestadt informierte.

Auch Staatssekretär von der Mühlen aus dem Bauministerium NRW  liess sich von Planer Armin Jung und Bernhard Neugebauer, Sennestadt GmbH, die städtebaulichen Ziele erläutern. Der Rückbau der L756, oberirdische Querungen, Stadtbahn-Verlängerung. Nord und Süd sollen in der Sennestadt zusammenwachsen!